Prüfen Sie Glasgeräte vor jeder Verwendung auf sichtbare
Schäden.
Verwenden Sie möglichst Glasgeräte mit Steck- oder Schraubkupplungen anstelle solcher mit
bruchempfindlichen Schlauchanschlüssen (Glasoliven) und Rohrverbindungen aus Glas. Benutzen
Sie beim Einführen von Glasrohren oder Thermometern in Schläuche oder Stopfen
schnittfeste Handschuhe oder widerstandsfähige Tücher.
Festsitzende Schliffverbindungen sind vorsichtig zu öffnen.
Bei Gefahr durch Explosion oder
Zerknall, z.B. beim Betrieb von Rotationsverdampfern, dürfen Glasapparaturen nur im geschlossenen
Abzug oder hinter Schutzschilden, Vorhängen oder unter Hauben betrieben werden.
Sichtbare Schäden sind vor allem Sprünge oder die sog. „Sternchen”, die auf Spannungen im Glas oder auf hartes Aufsetzen oder Anschlagen zurückzuführen sind. Auch Fertigungsfehler (z.B. Blasen oder Steinchen) können die Festigkeit beeinträchtigen. Intensive Verätzungen schwächen die Gerätewandungen.
Bruchempfindliche Anschlüsse befinden sich insbesondere an Exsikkatoren, Kühlern, Waschflaschen und Blasenzählern.
Falls Sie solche Geräte mit Glasoliven einsetzen, verwenden Sie möglichst Kunststoff-Schraubadapter, um Bruchgefahren und Schnittverletzungen zu vermeiden (siehe auch Kapitel C: Schläuche und Anschlüsse – Allgemeines).
Durch schnittfeste Handschuhe aus Leder oder speziellen Chemiefasern schützen Sie sich vor Schnittverletzungen.
Festsitzende Schliffverbindungen können durch Klopfen mit einem Holzstiel gelockert oder mit einem Fön bzw. mit warmem Wasser äußerlich leicht erwärmt werden. Die gegenüber dem inneren Schliff schnellere thermische Ausdehnung des äußeren Schliffs führt meist zum Lösen der Verbindung. Achten Sie auch auf Gefährdungen durch den Inhalt wie z.B. die mögliche Entzündung beim Öffnen am Fön.
Explosionsgefahr kann z.B. bei der Destillation von Ethern vorliegen, wenn die während der Lagerung entstandenen Peroxide vor der Destillation nicht entfernt wurden und sich in der Blase angereichert haben. Ein Zerknall kann z.B. durch einen unbeabsichtigten Druckanstieg ausgelöst werden, der durch Verstopfungen von Gaseinleitrohren, Absorptionsröhrchen o.ä. entstehen kann.